Auf einem Kontoauszug haben Sie eine merkwürdige Angabe gefunden: Der Überziehungszins wurde auf der Basis einer Zinszahl berechnet.

Während Excel für jährliche Zinsberechnungen mit einem festen Kapitalwert die Formel “ZINS” bereithält, ist die Berechnung für ständig wechselnde Kapitalwerte mühsamer. Jede Teilsumme muss für die betreffende Anzahl von Tagen einzeln abgerechnet und dann aufsummiert werden. Dabei ergibt sich der Zins in der kaufmännischen Berechnung aus dem Quotienten von Kapital mal Tage mal Zinssatz geteilt durch 100 Prozent und 360 Tage.

Diese Berechnung vereinfacht sich, indem der feste Anteil der Formel zu “Zinsdivisor=Zinssatz/360 Tage” zusammengefügt wird. Die verbleibenden variablen Anteile bilden zusammen die “Zinszahl=Kapital*Tage/100″. Dieses Verfahren vereinfacht die Zinsberechnung:

Zunächst berechnen und addieren Sie die einzelnen Zinszahlen. Danach multiplizieren Sie die Summe mit dem Zinsdivisor und erhalten mit der Formel

Gesamtzins=SUMME(Zinszahl)*Zinsdivisor

den Gesamtzins. Beachten Sie, dass beim Kapital Cent-Beträge nicht berücksichtigt und nicht gerundet werden. Zudem werden Zinszahlen stets ganzzahlig gerundet verwendet. Um die Berechnung nachzuvollziehen, tragen Sie für einen Abrechnungszeitraum zum Beispiel in Spalte “A” das Wertstellungsdatum und in Spalte “B” den zugehörigen Kontostand untereinander ein. Beginnen Sie dann in Zelle “C2″ mit der Ermittlung der vergangenen Tage durch die Formel

=A2-A1

Geben Sie dann in Zelle “D2″ für die Zinszahl die Formel

=RUNDEN(B1*C2/100; 0)

ein. Fallen bei einem Konto sowohl Guthaben- als auch Sollzinsen mit unterschiedlichen Sätzen an, verteilen Sie die Zinszahlen auf die beiden Spalten “D” und “E”. Zudem unterscheiden Sie mithilfe der “WENN”- Funktion, ob es sich um positive oder negative Salden handelt. Die Formel für die Zinszahl im Guthaben wäre dann

=WENN(B1>0; RUNDEN(B1*C2/100; 0); 0)

Ähnlich bestimmen Sie in Spalte “E” die Zinszahlen für negative Salden mittels

=WENN(B1<0; RUNDEN(-B1*C2/100; 0); 0)

Nun markieren Sie in Spalte “C” von “C2″ nach unten den benötigten Bereich und übertragen die Formel mit “Bearbeiten | Ausfüllen | Unten”. Wiederholen Sie diesen Schritt auch in den Spalten der Zinszahlen. Zur Zinsberechnung können Sie nun die Zinszahlen in der Spalte summieren und mit dem Zinsdivisor multiplizieren. Der Zinsbetrag des Zeitraums ist dann

=SUMME(D2:D20)*Zinssatz/360

.

Ähnliche Beiträge:

Gilt für: Excel XP, 2003, 2007